Großeinsatz Gebäudevollbrand – Kornsmühle im Gottesthal abgebrannt

Gegen 21:30 wurden wir am gestrigen Freitag (18.11.) zu einem Brandverdacht eines Hauses im Gottesthal in Oestrich alarmiert. Schon während unserer Anfahrt konnten andere Kräfte, die bereits vor Ort waren, einen Vollbrand der Kornsmühle bestätigen. Es wurden zahlreiche überörtliche Kräfte nachalarmiert, um eine Wasserversorgung zu dem abgelegenen Gebäude zu gewährleisten. Der Großeinsatz ist zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung nicht abgeschlossen, denn nach wie vor sind Einheiten mit Brandwachen und Nachlöscharbeiten im Einsatz.

Einsatzkräfte vor brennender Kornsmühle

Foto: Wiesbaden 112

Die größte Schwierigkeit an der Einsatzstelle war die Wasserversorgung. Es gab auf Grund der Abgelegenheit des Hauses keine Löschwasserentnahmemöglichkeit in direkter Umgebung des Gebäudes. So musste ein Pendelverkehr von Tanklöschfahrzeugen eingerichtet werden, die in ständiger Kreisfahrt ca. 120.000 Liter Wasser von der Entnahmestelle am Stadtrand bis zur etwa 3 km entfernten Einsatzstelle transportierten. So konnten 4 C-Rohre durchgehend für Löscharbeiten mit dem nötigen Wasser versorgt werden. Im späteren Einsatzverlauf wurde zudem der kleine angrenzende Pfingstbach gestaut, um hier ebenfalls eine Wasserentnahme – insbesondere für die Nachlöscharbeiten – vorzunehemen.

RheinMainTaunus 112 hat ein Video von der Einsatztätigkeiten veröffentlicht:

Auf Grund der Dauer des Einsatzes (dieser läuft zur Veröffentlichung dieses Artikels noch) waren auch Tätigkeiten wie Materialnachschub und Versorgung der Einsatzkräfte mit warmen Getränken wichtige Aufgaben. Im Einsatz waren bis zu 100 Feuerwehrleute aus Hallgarten, Oestrich, Mittelheim, Winkel sowie weiteren Wehren aus dem Rheingau. Zudem waren Rettungsdienst, Polizei und der Energieversorger vor Ort.

Nachfolgend die aktuelle offizielle Presseinformation der Feuerwehr Stadt Oestrich-Winkel vom 18.11.2017:

Am Freitagabend gegen 21.30 Uhr wurden die Feuerwehren Oestrich, Hallgarten und der Einsatzleitwagen Mittelheim mit dem Stichwort „Brandverdacht Haus-Feuerschein im Gottesthal-Kornsmühle“ alarmiert. Bei Eintreffen an der Einsatzstelle stand die Kornsmühle bereits im Vollbrand und ein Innenangriff war nicht mehr möglich. Aufgrund der dort nicht vorhandenen Löschwasserversorgung im Außenbereich wurden sofort die Feuerwehren Mittelheim und Winkel sowie weitere Tanklöschfahrzeuge aus dem Rheingau nachalarmiert. Entsprechend wurde ein Pendelverkehr mit sieben Tanklöschfahrzeugen eingerichtet um genügend Löschwasser vor Ort für die Brandbekämpfung von außen zu haben. Mit 4 C-Rohren waren die Feuerwehrleute am Löschen. Mehr als 120.000 Liter Löschwasser wurden über die knapp sechs Kilometer lange Pendelverkehrstrecke an die Einsatzstelle gefahren. Aufgrund von Informationen der Nachbarschaft bestand am Anfang der Verdacht, dass dort sich noch eine Person aufhalten könnte. Dies stellte sich aber als negativ heraus da man die Person ausfindig gemacht hatte. Teilweise waren bis zu 100 Feuerwehrleute mit verschiedensten Aufgaben, wie z.B. Licht aufbauen, Schlauchleitungen über mehrere hundert Meter verlegen, Pendelverkehr fahren, Nachschub an Material, Versorgung der Einsatzkräfte mit warmen Getränken und vieles mehr beschäftigt. Nachdem das Feuer unter Kontrolle war und nur noch vereinzelt kleine Brandstellen vorhanden waren wurde der Pendelverkehr eingestellt und die weitere Löschwasserentnahme aus einem Bach direkt hinter dem Brandobjekt mittels einer tragbaren Pumpe aufgebaut. Die ganze Nacht war eine Brandwache der Feuerwehr bis aktuell in den Samstagmorgen mit Nachlöscharbeiten von außen am Brandobjekt beschäftigt. Zur Ermittlung der Ursache des Feuers wird die Kriminalpolizei Wiesbaden die Einsatzstelle begutachten. Neben der Feuerwehr war der Rettungsdienst mit einem Rettungswagen während der Löscharbeiten, ein Mitarbeiter der Energieversorger und die Polizei vor Ort.

 

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